Am vergangenen Freitag fand am Beruflichen Schulzentrum die Bildungsmesse „Erlebnis Beruf“ statt. Der besondere Clou der erstmals stattfindenden Messe: Handfestes Mitmachen stand im Mittelpunkt.
Rund 1.300 Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Odenwaldkreis waren auf dem Gelände des BSO unterwegs, um sich zu informieren, verschiedene Berufsfelder zu entdecken und vor allem: typische Tätigkeiten ganz praktisch auszuprobieren. Denn mehr als 30 Arbeitgeber aus der Region waren gekommen und boten den jungen Menschen die Gelegenheit, Werkzeuge und Materialien in die Hand zu nehmen und selbst aktiv zu werden.
Mitmachen statt Broschüren sammeln
Gelegenheiten zum Mitmachen gab reichlich: In den Werkstätten konnte geschraubt, gehobelt, gesägt, geschnitzt und gedruckt werden. Wer mochte, konnte zwei Stücke eines Glasfaserkabels miteinander verschweißen, die Abgasmessgeräte eines Schornsteinfegers bedienen oder – ganz klassisch – langes Haar auf Lockenwickler drehen. Oder erleben, wie der Zoll Gepäckstücke mit seinen Geräten durchleuchtet.
Im LeFoO, dem Lern- und Forschungszentrum Odenwald, war zu erfahren, wie modernste digitale Technik und klassische handwerkliche Ausbildung zusammenspielen, wenn iPads und VR-Brillen bei der Montage von Getrieben unterstützen.
Vertreten war die gesamte Palette der Ausbildungsberufe in der Region. Die Messe zeigte damit eindrucksvoll, wie breit das Spektrum an beruflichen Möglichkeiten ist – von Industrie und Handwerk über Verwaltung und Gesundheitswesen bis hin zu sozialen Berufen.
Gemeinsam für berufliche Perspektiven in der Region
Organisiert wurde die Bildungsmesse von einem breiten Bündnis. Beteiligt waren neben dem BSO unter anderem die Bundesagentur für Arbeit, die Kreishandwerkerschaft, die IHK Darmstadt Rhein Main Neckar, die Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main, die Industrievereinigung Odenwald (IVO) sowie der Odenwaldkreis mit seiner OloV-Koordination und der Wirtschaftsförderung.
Schulleiter Horst Schad hob bei der Eröffnung hervor: „Wer junge Menschen frühzeitig mit Unternehmen, Berufen und Ausbildungsmöglichkeiten in Kontakt bringt, schafft die Voraussetzung dafür, dass aus Neugier später vielleicht einmal eine Ausbildungsentscheidung und daraus eine berufliche Perspektive in der Region wird.“
Auch der Erste Kreisbeigeordnete und Bildungsdezernent Oliver Grobeis unterstrich die Bedeutung der Veranstaltung. Die Bildungsmesse sei ein wichtiger Baustein der Fachkräftesicherung und trage dazu bei, junge Menschen frühzeitig mit den vielfältigen beruflichen Möglichkeiten vor Ort vertraut zu machen.
Erfolgreiches Konzept mit Zukunft
Die Idee zur Bildungsmesse „Erlebnis Beruf“ entstand, so Schulleiter Schad, nach den positiven Erfahrungen mit den Odenwälder Handwerkstagen. Da die Bildungsmesse bei ihrer Premiere auf große Resonanz stieß, soll sie künftig im Zwei-Jahres-Rhythmus, im Wechsel mit den Handwerkertagen, stattfinden und damit zu einem festen Bestandteil der beruflichen Orientierung im Odenwaldkreis werden.
Text und Beitrag: Dr. Sabine Hofmann am 30.8.2026
Fotos: Stefan Toepfer, Dr. Sabine Hofmann, Marcus May,



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